Vier Bohrungen für das europäische Kraftstoffleitungsnetz

Durch die Niederlande verläuft ein Pipelinesystem zur Treibstoffversorgung verschiedener Flughäfen. Einige dieser Pipelines haben das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und müssen ersetzt werden. Für diese Ersatzoperation wurden wir vom Auftragnehmer Visser & Smit Hanab mit der Vermessung von vier Bohrungen in der Region Vlijmen und Hertogenbosch beauftragt.

Im niederländischen Boden befinden sich viele Pipelines, zum Beispiel für Trink- und Abwasser, Strom und Erdgas. Neben diesen nationalen Pipelines gibt es noch ein weiteres Pipelinenetz, das Teil des Central European Pipeline Systems ist. Das CEPS ist ein grenzüberschreitendes Netz von Pipelines in Belgien, Luxemburg, Deutschland und Frankreich, das militärische und zivile Kunden wie Flughäfen in diesen Ländern mit Flugbenzin versorgt. Das System wurde in den 1950er Jahren in Zusammenarbeit mit der NATO eingerichtet. Der niederländische Teil des Systems besteht aus 550 Kilometern Pipelines, die mit einem Zentraldepot und zwei Hilfsdepots verbunden sind. Jedes Jahr werden 4,5 Milliarden Liter Kraftstoff durch dieses Netz gepumpt. Die Wartung wird von der Wehrministerium Pipeline Organisation (DPO) durchgeführt. Sie führen täglich strenge Sicherheitskontrollen durch und dies hat gezeigt, dass ein Teil des Netzwerks ersetzt werden muss.

Dieses Projekt umfasste vier Bohrungen mit einer Länge von 823, 332, 994 und 1374 Metern. Die vier Bohrungen wurden im Gebiet zwischen der Maas und der Autobahn A59 bei Vlijmen und 's Hertogenbosch gebohrt. Da die Mindesttiefe der Trasse stellenweise nur 1,20 Meter beträgt, war es bei diesen Bohrungen von großer Bedeutung, den Ringdruck zu überwachen. Es musste unter landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und diversen Nebenstraßen, aber auch unter dem Engelensee gebohrt werden. Die längste der vier Bohrungen kreuzte auch die Autobahn A59. Um es kurz zu fassen gab es viele Faktoren, die das Ergebnis dieser Bohrungen stark beeinflussen können. Durch dieses Rohr mit einem Durchmesser von nur 27 cm werden zudem nach Fertigstellung zwischen 60.000 und 500.000 Liter Kerosin pro Stunde bei einem Druck von 80 bar gepumpt. Sicherheit und Präzision sind daher von größter Bedeutung, um spätere Probleme wie Undichtigkeiten zu vermeiden und die Umwelt darüber zu schonen.

Dank des Drillguide Gyro Steering Tools und der guten Zusammenarbeit mit dem VSH-Bohr Team konnten die vier Bohrungen erfolgreich, äußerst präzise und termingerecht durchgeführt werden. Der DPO kann die bestehende Pipelines sicher ersetzen und weiterhin eine reibungslose Lieferung an zivile und militärische Flughäfen sicherstellen.

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